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Vom täglichen Plausch zur Diashow bis zum Gedächtnistraining

Die Arbeit des Sozialtherapeutischen Dienst (STD)

Freitags geht’s zum Sport, Mittwoch wird gebastelt, letzten Montag gab’s Gedächtnistraining, am Wochenende steht ein Besuch im Zoo an … Das Freizeitangebot im Kurhaus am Park ist bunt, auf die Bewohner*innen zugeschnitten, selbstredend freiwillig und immer wieder neu …

Wer denkt sich das eigentlich alles aus? Wer organisiert Mal- und Bastelkurse, Tanztees, Gehirnjogging, die Erinnerungsarbeit, Fitness- und Aktivierungsangebote, Gespräche, Spaziergänge und Ausflüge? Und nach welchen Kriterien werden die einzelnen Angebote ausgewählt? Die Antwort ist simpel: Für die Alltagsgestaltung der Bewohner*innen im Kurhaus ist der Sozialtherapeutische Dienst (STD) zuständig.

Das Team des STD im Kurhaus besteht aus drei Fachkräften, die alle ein Studium und/oder eine therapeutische (Zusatz-)ausbildung absolviert haben. Unterstützt werden die Fachkräfte Elena Jordan (Leitung STD), Margo Freyaldenhoven und Martina Reumann-Bausmann von acht zusätzlichen Betreuungskräften, die übrigens auch Alltagsbegleiter*innen genannt werden.

Richtungsweisend für die Arbeit des STD sind Erkenntnisse und Beobachtungen, die zeigen, dass es Menschen im Alter zusehend schwerer fällt, eigene Interessen und Hobbies zu verfolgen und auch Kontakte aufrecht zu halten. Sicher, die Zeit für regelmäßige Aktivitäten ist da, doch oft fehlt es an Motivation, Energie und auch an Selbstvertrauen, bestimmte Dinge einfach mal wieder zu tun bzw. Neues auszuprobieren.

Hier kommt das Team des STD ins Spiel:

Um Angebote so zu planen, dass sie auch gerne angenommen werden und gut funktionieren, braucht es zwei Dinge:

  • Erstens sollten die Planer*innen Ressourcen und Vorlieben ihrer Bewohner*innen gut kennen. Körperliche Verfassung, psychische Konstitution, die Biografie, Interessen, Abneigungen - alles wichtige Faktoren, damit das Programm zu den Bewohner*innen passt. Ein gutes Vertrauensverhältnis zu den Senior*innen, die tägliche Auseinandersetzung mit den Bewohner*innen, z.B. in Form kurzer Ansprachen sowie guter Kontakt zu den Angehörigen bilden dafür natürlich die unverzichtbare Basis.
  • Neben der inhaltlichen Konzeption ist die organisatorische Planung wichtig. Wie viele Betreuungskräfte sind für welches Angebot nötig? Finden die Angebote in der Gruppe statt oder handelt es sich um Einzelaktivitäten? Wie viel Zeit wird für welches Angebot eingeplant? Welche Materialien brauchen wir, müssen Fahrdienste, ein kleiner Imbiss oder die Unterstützung zusätzlicher Mitarbeiter*innen eingeplant werden, welcher Raum oder welche Umgebung passt?

Fester Wochenplan trifft regelmäßig auf Unvorhergesehenes

Ein fester Wochenplan gibt Senior*innen Struktur. Dies ist vor allem bei demenziellen Erkrankungen wichtig. Die Arbeit des STD im Kurhaus am Park erfolgt übrigens ergänzend zu pflegerischen und hauswirtschaftlichen Leistungen, sie stellt also „eine gesonderte Ansprache“, einen eigenen Bereich dar. Doch Ausnahmen bestätigen wie so oft die Regel … So kommt es zwar selten, aber immer mal wieder vor, dass Mitarbeiter*innen des STD zu besonderen Anlässen als Allrounder im Einsatz sind oder Tätigkeiten aus anderen Bereichen übernehmen. Das kann die Begleitung zu einem Arztbesuch sein, falls Angehörige oder Honorarkräfte verhindert sind, das können auch leichte pflegerische Tätigkeiten sein, wie zum Beispiel Haare waschen oder die Bewohner*innen beim therapeutischen Baden zu unterstützen.

Andere Besonderheiten sind z.B. Tagesausflüge, wie zuletzt der Ausflug in den Kölner Zoo. Solche bis ins Detail durchgeplanten Unternehmungen sind nicht nur für Bewohner*innen, sondern auch für Mitarbeiter*innen eine (willkommene) Herausforderung, denn bei solchen Ausflügen machen alle alles. Mitarbeiter*innen und Bewohner*innen kommen raus aus der Routine und lernen Neues!

 

Buntes Programm – buntes Team

Nicht nur Programm und Aufgabenbereiche sind bunt – auch das Team des STD ist vielfältig. So gibt es die unterschiedlichsten Biografien im interdisziplinären Team des STD und somit auch vielfältige Qualifikationen und Kenntnisse: Ehemalige Pflegekräfte können z.B. Medikamente und Spritzen verabreichen, langjährige Mitarbeiter*innen schöpfen aus ihren Erfahrungen, neue Mitarbeiter*innen bringen neue Kenntnisse und Ideen in die Arbeit des STD ein. Der Sozialtherapeutische Dienst entwickelt sich tatsächlich permanent weiter, den Angeboten sind keine Grenzen gesetzt, es gilt einfach genau hinzuschauen und Antworten auf die Fragen zu finden: wer braucht wobei Unterstützung und was tut wem gut.

Eine Herausforderung, der sich das Team des STD jeden Tag aufs Neue stellt.